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fortwährende Belagerung der Stadt Kobane

04.02.2026, Pressemitteilung der Demokratischen Selbstverwaltung von nord- und Ostsyrien in Deutschland (www.nordundostsyrien.de)

Die Belagerung der syrisch-kurdischen Stadt Kobane durch Milizen der Übergangsregierung ist nach wie vor nicht aufgehoben. Trotz vereinzelter Berichte über vereinbarte humanitäre Korridore und Waffenruhen hat sich die Lage vor Ort nicht grundlegend verbessert. Die Stadt ist weiterhin weitgehend abgeschnitten, mit blockierten Straßen und eingeschränktem Zugang für Hilfslieferungen.

Seit fast 20 Tagen sind große Teile der Stadt – darunter zahlreiche Binnenvertriebene – ohne Wasser, Strom und Internet. Die Versorgung mit grundlegenden Gütern bleibt unzureichend, und Hilfsorganisationen können nur begrenzt Unterstützung leisten. Die Unterbrechung von Wasser- und Stromversorgung verschärft die humanitäre Notlage erheblich.

Die Wasserbehörde von Kobane erklärte am Mittwoch in einer Stellungnahme, dass die Wasserversorgung der Stadt seit nahezu 20 Tagen unterbrochen ist: „Wir, die Wasserbehörde von Kobane, geben bekannt, dass wir seit dem 18. Januar 2026 unter einer erdrückenden Belagerung leben, in deren Verlauf sämtliche grundlegenden Lebensnotwendigkeiten abgeschnitten wurden.“

„Die internationale Gemeinschaft und humanitäre Akteure dürfen nicht länger wegsehen. Sie müssen unverzüglich den humanitären Zugang nach Kobane durchsetzen und die vollständige Aufhebung der Belagerung verlangen, um weiteres Leid der Zivilbevölkerung zu verhindern“, erklärte Khaled Davrisch, Repräsentant von Nord- und Ostsyrien in Deutschland.

Nord- und Ostsyrien: Erste Phase der Umsetzung des Abkommens vom 30. Januar gestartet

Pressemitteilung der Vertretung der Demokratischen Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien in Deutschland (www.nordundostsyrien.de)

Die erste Phase der Umsetzung des Abkommens vom 30. Januar zwischen Nord- und Ostsyrien und der syrischen Übergangsregierung hat am Montag begonnen. Auftakt dieser Phase ist die Entsendung von Delegationen des syrischen Innenministeriums nach Hasakeh und Qamischlo. Die Entsendung erfolgt im Rahmen eines schrittweisen Integrationsprozesses zwischen den Institutionen Nord- und Ostsyriens und dem syrischen Staat.

Mazloum Abdi, Oberkommandierender der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) erläutert die Rolle der Delegationen des syrischen Innenministeriums sowie die Zuständigkeiten der lokalen Sicherheitskräfte, den Asayish. 

„Das Abkommen vom 30. Januar besagt, dass die syrische Armee nicht in kurdische Städte oder Dörfer kommen wird. Dies gilt sowohl für die Provinz Hasake als auch für Kobane. Die Hauptverantwortung für den Schutz der kurdischen Städte und Dörfer bleibt bei unseren inneren Sicherheitskräften, den Asayish, die offiziell Teil des syrischen Staates werden und für den Schutz der Städte, Dörfer und Straßen zuständig sind.

Bis zur vollständigen Integration ist vereinbart, dass eine begrenzte Anzahl an Kräften des syrischen Innenministeriums und einige Fahrzeuge in festgelegte Bereiche von Hasakeh und Qamischlo kommen werden. Ihre Aufgabe besteht darin, die Integration zu unterstützen und die Koordination zwischen unseren Institutionen und dem Staat zu gewährleisten. Diese Kräfte haben eine spezifische administrative Aufgabe und sind nicht dafür vorgesehen, die Kontrolle über die gesamte Stadt oder einzelne Orte zu übernehmen. Diese Verantwortung liegt bei den Asayish.

Einladung des deutschen Außenministers nach Nord- und Ostsyrien

Nach Berichten über eine anstehende Reise des französischen Außenministers, Herrn Jean Barrot nach Nord- und Ostsyrien, lädt die Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien auch Deutschland zu einer Reise nach Nord- und Ostsyrien ein. Das Auswärtige Amt hatte erklärt, gemeinsam mit internationalen Partnerndie Umsetzung des Abkommens zu unterstützen.

Khaled Davrisch, Repräsentant von Nord- und Ostsyrien in Deutschland:

„Der französische Außenminister wird in Kürze nach Nord- und Ostsyrien reisen, um sich vor Ort ein Bild von der Umsetzung des Abkommens vom 30. Januar zu machen. Wir begrüßen diesen Schritt ausdrücklich und laden ebenso das deutsche Auswärtige Amt sowie Außenminister Johann Wadephul ein, unsere Region zu besuchen und den Prozess aus nächster Nähe zu begleiten.“

Abkommen zwischen der SDF und der syr. Übergangsregierung

ANF, Bericht vom 2. Februar 2026

 

Das vergangene Woche vereinbarte Abkommen zwischen den Demokratischen Kräften Syriens (QSD = SDF) und der syrischen Übergangsregierung in Damaskus ist am Montag offiziell in Kraft getreten. Es sieht eine schrittweise Integration militärischer, administrativer und ziviler Strukturen der Selbstverwaltung in den Staat vor.

Zentrale Punkte des Abkommens beinhalten die Punkte:

• Sicherheit: Die Truppen ziehen sich von den bisherigen Frontlinien zurück. In Hesekê bleibt eine QSD-Division mit drei Brigaden stationiert, in Kobanê eine Brigade. Die YPJ bleiben Teil der QSD. Die Asayîş-Strukturen bleiben bestehen und werden offiziell anerkannt. Zusätzlich werden Einheiten des syrischen Innenministeriums punktuell eingesetzt.

• Bildung: Abschlüsse aus Nord- und Ostsyrien werden staatlich anerkannt. Kurdisch gilt als Muttersprache; über die schulische Umsetzung wird weiter verhandelt.

• Binnenvertriebene: Die Rückkehr nach Efrîn, Aleppos kurdische Stadtteile Şêxmeqsûd und Eşrefiyê sowie weitere Städte wird vorbereitet und mit Sicherheitsgarantien begleitet.

• Verwaltung: Staatliche Behörden erhalten Präsenz, die bestehenden lokalen Verwaltungen bleiben unangetastet – einschließlich des genderparitätischen Doppelspitzensystems. Sêmalka bleibt offen. Kobanê wird Aleppo zugeordnet, bleibt kommunal jedoch autonom.

• Politik: Der Dialog über Verfassung, Wahlen und institutionelle Koordination wird fortgeführt. Präsidialdekrete dürfen bestehende Rechte nicht aushebeln.

Internationale Reaktionen: Zustimmung und Erwartungen

Mehrere Staaten und Organisationen, darunter die Vereinten Nationen, die USA, Frankreich, Großbritannien, Ägypten und Saudi-Arabien, begrüßten das Abkommen ausdrücklich. Sie bewerteten es als „wichtigen Schritt zur Deeskalation in Nord- und Ostsyrien“ und riefen beide Seiten zur konsequenten Umsetzung und Wahrung des Waffenstillstands auf.

Ergänzung vom Auslandsreporter:

Hoffen wir, dass sich alle Seiten an das Abkommen halten und die Entwicklung intensiv beobachtet wird

 

 

 

Artikel vom 27. Januar, ANF  (www.anfdeutsch.com)

Die Demokratische Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien (DAANES) hat eine gemeinsame Erklärung von Frankreich, Deutschland, Großbritannien und den USA zur Lage in Rojava als realitätsfern und politisch verfehlt zurückgewiesen. In einer umfassenden Stellungnahme betont die Selbstverwaltung, dass die Erklärung nicht die tatsächlichen Machtverhältnisse und die eskalierenden Angriffe auf die nordostsyrischen Autonomiegebiete widerspiegele.

In dem am DIenstag veröffentlichten Kommuniqué der vier westlichen Staaten wird die Verlängerung des aktuellen Waffenstillstands um 15 Tage begrüßt. Die Unterzeichner rufen alle Konfliktparteien zur Einhaltung der Feuerpause, zum Schutz der Zivilbevölkerung, zur Sicherung humanitärer Korridore und zur Wiederherstellung grundlegender Dienste – insbesondere in Kobanê – auf. Ziel sei eine dauerhafte Deeskalation und die Wiederaufnahme politischer Verhandlungen über die künftige Integration Nordostsyriens in einen syrischen Gesamtstaat auf Grundlage des sogenannten Abkommens vom 18. Januar.

Selbstverwaltung: Erklärung steht im Widerspruch zur Realität

Die Erklärung ist deutlich darauf ausgerichtet, alle beteiligten Seiten gleichermaßen zur Einhaltung des Waffenstillstands und zur Deeskalation aufzurufen. Sie nimmt – jenseits der Hinweise auf humanitäre Verpflichtungen – keine explizite politische Bewertung der Angreiferrolle der selbsternannten syrischen Übergangsregierung vor. Die fortgesetzte Gewalt wird in diplomatisch neutraler Sprache beschrieben, wie sie in internationalen Kommuniqués üblich ist.

In ihrer schriftlichen Stellungnahme kritisiert die DAANES diese Haltung als unzureichend und gefährlich verharmlosend. Die Erklärung der westlichen Staaten werde „dem Ernst der Lage nicht gerecht“ und blende die tatsächliche Dynamik aus, in der insbesondere die Übergangsregierung und mit ihr verbündete islamistische Milizen gezielt gegen die kurdische Selbstverwaltung vorgingen. Die vollständige Erklärung der Demokratischen Selbstverwaltung lautet:

„Wir haben die Stellungnahme der Vereinigten Staaten von Amerika und europäischer Staaten zur Lage in Nord- und Ostsyrien sorgfältig geprüft. In dieser Erklärung wird auf eine Verlängerung des Waffenstillstands, auf dessen Einhaltung, auf die Sicherstellung humanitärer Hilfe, den Schutz humanitärer Korridore und auf die Wiederaufnahme grundlegender Versorgungsdienste in Kobanê hingewiesen.

Angriffe dauern unvermindert an

Wir möchten betonen: Die Inhalte dieser Erklärungen sind in keiner Weise mit der realen Situation vor Ort vereinbar. Während auf dem Papier zur Deeskalation und zum Schutz von Zivilist:innen aufgerufen wird, dauern die Angriffe der syrischen Übergangsregierung und ihrer Milizen unvermindert an. Diese Angriffe stellen fortgesetzte Verletzungen des Waffenstillstands dar und konterkarieren alle internationalen Appelle.

Solange unser Volk diesen Angriffen ausgesetzt ist und keinerlei konkrete Maßnahmen ergriffen werden, um sie zu stoppen, bleiben Erklärungen wirkungslos. Solche Stellungnahmen überschreiten nicht die Schwelle symbolischer Haltung. Kobanê steht weiterhin unter erheblichem Druck. Selbst als „sicher“ deklarierte Zonen werden regelmäßig angegriffen – die Lebensgrundlage der Zivilbevölkerung ist dadurch massiv bedroht.

Es braucht mehr als Worte

Wir fordern die internationale Gemeinschaft und die Unterstützerstaaten auf, endlich eine verantwortungsvolle Haltung einzunehmen. Es braucht mehr als Worte: Praktische Schritte sind notwendig, um den Schutz unserer Bevölkerung zu garantieren, die Angriffe zu stoppen, die Blockade zu lockern und die humanitäre Versorgung ohne Unterbrechung sicherzustellen.

Zum Schluss grüßen wir die Widerstandskraft unseres Volkes, das sein legitimes Recht verteidigt: die Verteidigung von Boden und Würde. Wir zollen unseren militärischen Kräften höchsten Respekt – sie stehen für Sicherheit und Stabilität in Nord- und Ostsyrien. Der Wille unserer Gesellschaft ist stärker als jede feindliche Intervention.“

und hier eine Nachricht vom Ko-Bürgermeister von Dêrik am 27.1.2026:

                      
Roj Baş guten Tag
ich hoffe, es geht Euch allen gut. Liebe Grüße aus Derik in Rojava an alle Leute, in Deutschland und der ganzen Welt, die uns in dieser schwierigen Zeit beistehen und besonders an den Städtepartnerschaftsverein, der uns vorher unterstützt hat und in dieser Notsituation sofort geholfen hat.
Viel Respekt und viele Grüße,
Maher, Ko-Bürgermeister von Dêrik

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Bericht in der Tagesschau vom 27.1.26, 17:02 Uhr über die Situation in Nord- und Ostsyrien

 

 https://www.tagesschau.de/multimedia/audio/audio-399128.html

 

Hoffnung ist Kurdisch

Kolumne Prinzip Hoffnung von Daniela Sepehri, taz, 25.01.26
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und hier der Rest des Apells

 

Jetzt wurde die Bewachung aufgegeben, da die eigene Bevölkerung vor den angreifenden Truppen der syrischen Übergangs-Regierung und der Türkei geschützt werden muss.

Ein Großteil der inhaftierten IS-Kämpfer ist frei gekommen. Bricht jetzt eine neue IS-Ära an?

Zurzeit fliehen die Bewohner in Nord-Ostsyrien aus den angegriffen Bereichen in die noch ruhigeren Bereiche. Aber wie lange sind sie dort sicher bzw. wann entwickelt sich dort eine humanitäre Katastrophe und die Menschen fliehen nach Europa. Wollen unsere Politiker das?Wenn nicht, dann

Ruft Erdogan zurück!

Entzieht Al Sharaa alle bislang gemachten Unterstützungen und Gelder!

Sprecht mit den Verantwortlichen der DAANES!

Und redet nicht mehr davon Syrer in ihr Land zurück zuschicken, denn viele von ihnen sind Kurden!